USA 2002 – Nevada, Arizona und ein bißchen Utah

Die zweite USA Reise in meinem Leben. Die erste war eine Woche in New York City, hier ging es nun auf die andere Seite der USA. Diesmal mit dem Mietwagen über die Highways durch die Staaten Arizona, Nevada und ein bißchen Utah. Start und Ende der Tour war in Las Vegas.

Manche Bilder sind von der Tour 2019 bei der ich Teile der Tour wiederholt habe. Damals waren die Filme und deren Entwicklung nicht gerade günstig sodass ich haushalten musste. Daher ein paar neuere Bilder – ich denke man erkennt sie 🙂 Bei manchen Stationen gibt es noch keine Bilder, da ich erst Stück für Stück am Einscannen von alten Bildern bin.

Hoover Dam

Von Las Vegas aus gestartet ging es erst über den Hoover Dam. Diese versorgt Las Vegas und die Umgebung mit Strom und ist eine von zwei Möglichkeiten den Colorado zu überqueren. Die zweite ist etwas unspektakulärer über einen Highway – aber eben wesentlich schneller. Über die Jahre bzw. Jahrzehnte sollte man mal den Wasserstand auf verschiedenen Fotos vergleichen – er nimmt über die Jahre immer weiter ab, zu erkennen an der weissen Linie im Felsen.

Der Colorado ist gleichzeitig die Grenze zwischen Nevada und Arizona.

Route 66

Von Las Vegas aus gestartet ging es über Kingman, Arizona auf die alte Route 66 bis nach Seligman. In Kingman gibt es ein Eisenbahn Museum und einen ausgezeichneten Diner im Stil der 60s „Mr. D’s“ – beides sehr zu empfehlen. In Kingman aber auch auf der Strecke der alten Route 66 fährt kommt man immer wieder nahe an die Bahngleise und die ewig langen Güterzüge mit mehreren Triebwägen fahren eine gefühlte Ewigkeit an einem vorbei.

Auf der Route 66 selbst sind einige Stops die zum Verweilen einladen, so unter anderem der Hackberry General Store. Ein paar Souvenirs aber auch diverse Gegenstände die seit Jahrzehnten aufgrund des Klimas unverändert dort rumliegen und stehen.

In Seligman angekommen wechselten wir auf den Highway 40 Richtung Williams, Arizona.

Grand Canyon

Von Williams aus lassen sich ideal Ausflüge Richtung Grand Canyon unternehmen, wohlgemerkt zum South Rim. Für das North Rim wäre die Fahrt zu lange, aber das South Rim ist das was man aus Bildern und Dokumentationen kennt. Das South Rim ist mit einem kompletten Straßennetz ausgebaut und man kommt an alle Stellen im National Park super mit dem Auto hin. Auch für Personen mit Rollstuhl o.ä. ist wie meistens in den National Parks nahezu alles zugänglich. Einfach die Karte schnappen und die einzelnen Punkte abfahren. Es ist in einem Tag machbar, wenn man es jedoch genießen möchte und etwas Zeit verbringen möchte oder den ein oder anderen Pfad entlang spazieren möchte sollte man zwei Tage einplanen.

Auf dem Weg zum Grand Canyon gibt es ebenfalls einen Flugplatz, von hier aus kann man Rundflüge mit dem Flugzeug oder Helikopter machen. Wir haben es damals gemacht und ich kann es nur jedem empfehlen. Zusätzlich gibt es auch ein IMAX Kino. Aufgrund der Grösse der Leinwand auch ein Erlebnis und natürlich werden spezielle Filme über den Grand Canyon gezeigt – damals war es River Rafting im Canyon.

Meteor Crater

Vom Grand Canyon bzw. Williams ging es weiter Richtung Flagstaff, Arizona und von dort aus weiter Richtung Winslow, Arizona. Kurz vor Winslow befindet sich der Barringer-Krater oder auch bekannt als „Meteor Crater Natural Landmark“. Ein rießiger Meteoriten Krater. Man braucht etwas Vorstellungsvermögen um dieses rießige Loch (Durchmesser 1,2 km, Tiefe 180m), wie es einem vorkommen mag, zu begreifen. Das „Loch“ wurde von einem Meteoriten mit nur 45m Durchmesser erzeugt. Diamanten wurden beim Einschlag erzeugt und das Beben entsprach einer 5,5 auf der Richter Skala. In 4 km Umkreis wurde alles Leben ausgelöscht und die Druckwelle verwüstete alles im Umkreis von 14-22 km. Führt man sich das vor Augen ist es eben nicht mehr nur ein „Loch“.

Zudem haben wir auf dem Weg zum Krater unsere erste Klapperschlange in freier Wildbahn gesehen – aus dem Auto wie sie sich über die Straße schlängelte.

Petrified Forest National Park

Weiter geht es nach Holbrook, Arizona zum Petrified Forest das bedeutet soviel wie versteinerter Wald und beschreibt zum Teil was zu erwarten ist. Warum zum Teil? Naja einen Wald im eigentlichen Sinne mit stehenden Bäumen darf man nicht erwarten aber es war früher einmal ein Wald und die Anzahl an versteinerten Bäumen ist schon sehr gross.

Es ist ein National Park und relativ frei zugänglich, das bringt leider auch das Problem mit sich das es immer wieder Leute gibt die trotz Hinweisen trotzdem Teile mitnehmen oder beschädigen. Daher kann ich nur den Zustand von vor 20 Jahren beschreiben, ich hoffe es ist weiterhin der Fall.

Im Petrified Forest gibt es keine spektakulären Fontänen oder rießige Dinge zu sehen, aber ein gemütlicher Spaziergang über die einzelnen Wege entlang von Baumstämmen die heute komplett aus Stein sind, spielt wieder die Vorstellungskraft eine grössere Rolle. Die „Steine“ haben die Form von Baumstämmen, sind aber doch teils gebrochen wie Stein. Sie haben die Farben und Abstufungen wie Bäume aber sind Steine. Die Struktur und Feinheit ist wie die eines Baums aber es sind eben Steine. Es gibt diverse „Bäume“ die man anfassen kann, einfach mal machen – bei manchen ist das Gefühl auch verblüffend Nahe an dem eines Baums – aber es ist…richtig ein Stein. Wie gesagt es spielt eine grosse Rolle sich dieser Tatsache bewusst zu sein.

Wer doch noch ein Souvenir haben möchte, bitte nicht im National Park selbst mitnehmen – es gibt Läden vor Ort in denen solche verkauft werden. Aber man muss auch bedenken ob man noch genug Gewicht im Gepäck frei hat. Wäre schade wenn es am Flughafen dann entsorgt wird – es sind STEINE 🙂

Canyon de Chelly National Monument

Nun geht es von Holbrook weiter nach Norden Richtung Kayenta, Arizona auf der 191. Im Canyon de Chelly gibt es geführte Touren durch das Tal. Im Tal selbst sind alte Navajo Siedlungen zu sehen wie sie in die hohen ausgewaschenen Felswände gebaut sind. Der rote Sandstein, ausgewaschen vom Wasser mit seinen leichten Formen und im Tal selbst vergleichsweise viel grün bietet ein schönes Bild und ist besonders bei Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang ein wunderbarer Anblick wenn das rot der Steine so richtig zur Geltung kommt. Der Spider Rock ist eine Felsformation aus zwei sehr schmalen und hohen, freistehenden Säulen – bestimmt hat jemand schon mal ein Bild davon in irgendeinen Prospekt o.ä. gesehen.

Monument Valley

Nächster Stop „Monument Valley“, hier bietet sich eine Übernachtung in Kayenta, Arizona an – als Kind der 90er kenne ich noch die Marlboro Zigaretten Werbung oder den Film Forrest Gump in dem Forrest seinen Lauf durch die USA auf der schnurrgeraden Straße abbricht und nach Hause geht. Arg viel mehr gibt es hier nicht zu sagen. Einen Tag sollte man locker einplanen wenn man eine Fahrt ins Valley plant. Die Fahrt ins Valley mit dem eigenen Auto ist möglich, jedoch sollte man vielleicht einen SUV oder ähnliches als Mietwagen haben. Die Wege sind entweder sandig oder steinig und mit teils grösseren Löchern. Schrittgeschwindigkeit ist meistens angebracht wenn man seinen Bandscheiben etwas Gutes tun möchte. Gegen Ende des Tages sollte man sich rechtzeitig wieder auf den Weg zurück zum Aussichtspunkt machen um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen.

Es ist mit viel Hektik an einem Tag machbar, wenn man früh aufsteht. Wir kamen vom Petrified Forest und konnten am Tag der Anfahrt die Umgebung rund um das Monument Valley machen. Das heisst z.B. Mexican hat, die lange Straße und am Nachmittag/Abend das Besucherzentrum (dort wo die Aussichtsplatform ist) mit Sonnenuntergang bevor es ins Hotel nach Kayenta ging. Am zweiten Tag haben wir uns dann das Visitorcenter gespart und sind direkt ins Valley gefahren. Damit hat man den kompletten Tag. Das ist entspannt und man bekommt evtl. noch einen zweiten Sonnenuntergang oder falls man es nicht rechtzeitig schafft ärgert man sich nicht.

Fun-Fact: 2002 haben wir dort einen Klassenkameraden von mir getroffen. Wir hatten beide gerade den Realschulabschluss bestanden und ich wusste das er mit seinem Vater eine ähnliche Tour auf dem Motorrad macht. Die beiden waren nur etwas früher dran.

Wir fuhren also Nachmittags auf der Zugangsstrasse zum Monument Valley auf das Visitor Center zu und uns kam ein Motorrad mit zwei Personen darauf entgegen. Ich dachte mir nur, den Helm kennst du doch…ich sprach kurz mit meinem Vater und er drehte um und wir „passten“ sie ab – und es war mein (ehemaliger) Klassenkamerad mit seinem Vater. Wir schauten uns zusammen den Sonnenuntergang an und gingen noch zusammen essen – die Reihenfolge bekomme ich nicht mehr so ganz zusammen. Aber es war irgendwie ein surreales Erlebnis und völliger Zufall 🙂 Jedes Jahr wenn ich ihn oder seinen Vater auf dem ein oder anderen Fest treffe lachen wir wieder über diesen Moment.

Antelope Canyon

Nach Kayenta ging es weiter nach Page, Arizona. Zuerst wartete der Antelope Canyon auf uns. Als ich 2019 wieder in der Gegend war, informierte ich mich um vielleicht nochmal dorthin zu gehen, aber es scheint in der Zwischenzeit ziemlich überfüllt zu sein. Das war für mich ein Grund andere Orte zu besuchen die ich noch nicht kannte. Der Antelope Canyon ist definitiv einen Besuch wert, ich wollte nur eine kleine Vorwarnung geben.

Der Antelope Canyon ist ein sehr schmaler Canyon zu dem man mit speziellen Fahrzeugen hingefahren wird. Mit dem eigenen Auto war es zumindest damals nicht möglich. Zudem ist das Gebiet meines Wissens nach Eigentum der Native Americans. Aufgrund der Beschaffenheit empfiehlt es sich den Canyon um die Mittagszeit zu besuchen da die Sonne dann von oben in den Canyon hinein scheint und die Felsformationen, deren Schattenwurf und die Abstufungen besonders schön zur Geltung kommen.

Die Bilder sind damals mit einer Olympus mju-II aufgenommen worden. Eine Filmkamera und keine Digitalkamera bei der man das Foto prüfen bzw. diverse Einstellungen vornehmen kann – daher spiegeln die Fotos nicht die Wirklichkeit wieder – dazu besser ein paar Fotos von Profis googeln. Wie gesagt es ist einen Besuch wert.

Rainbow Bridge / Lake Powell

Auch für den Lake Powell bzw. die Rainbow Bridge ist Page der Ausgangspunkt. Der Lake Powell ist ein Stausee und in Page ist der zugehörige Staudamm. Damals konnte man ihn besichtigen, wie es sich heute verhält kann ich leider nicht sagen. Von Page aus kann man ebenfalls die nach dem Staudamm gelegene Flussschlinge besuchen, genannt Horseshoe Bend. Dies stand jedoch 2002 nicht auf dem Plan sondern erst 2019.

Aber nun zur Rainbow Bridge. Von Page aus brechen einige Boote auf Richtung Rainbow Bridge. Eine längere Fahrt (ca. 80 km) führt über den Lake Powell und in die verschiedenen Nebenarme des überfluteten Canyons. Am Ende erreicht man eine Art Anlegestelle von der man eine kurze Wanderung (ca. 2 km) bis zur Rainbow Bridge machen muss. Die Rainbow Bridge selbst ist ein National Monument und die grösste natürliche Steinbrücke der Welt. Sie ist ausserdem ein Heiligtum der Navajos und daher sollte man aus Respekt die vorgegeben Pfade nicht verlassen. Die Pfade und Aussichtspunkte sind sehr gut angelegt und reichen allemal aus.

Für die Flussfahrt ist es angebracht Sonnenschutz und Sonnencreme, sowie ausreichend Wasser mitzunehmen.

Las Vegas

Abschliessend ging es nach Las Vegas. 2002 war ich das erste Mal in Las Vegas und seitdem zwei weitere Male 2016 und 2019. Ich kann soviel sagen, es gibt einiges was sich verändert hat in der Zwischenzeit und einiges was immer noch gleich ist.

Damals gab hatte der südliche Bereich des Strip mit den Hotels Luxor, MGM Grand, Excalibur, New York New York und dem Mandalay Bay noch ein anderes „Image“ bzw. wesentlich mehr Besucher und Abends war auch noch wesentlich mehr los. Auch der Zustand der Hotels war wesentlich besser in diesem Abschnitt des Strips. Um auch weiterhin in alten Erinnerungen zu schwelgen, jedes Hotel bzw. Casino hatte auch noch so Plastikbecher für das Kleingeld das man in die Automaten werfen konnte. Heute werden da nur noch Scheine genommen und der Gewinn wird als eine Art Ticket mit Barcode ausgedruckt. Diese löst man dann an einem Automaten ein.

Während diverse Shows bzw. Attraktionen weiterhin existieren wie z.b der Vulkanausbruch vor dem Mirage oder die Wasserfontänenshow vor dem Bellagio ist die Show vor dem Treasure Island mit den Piraten leider nach einem Vorfall abgesetzt worden. Auf dem Stratosphere Tower gab es damals auch eine Mini-Achterbahn, diese wurde in der Zwischenzeit abgebaut. Dafür gibt es neben dem Free-Fall Tower aber immer noch weitere Attraktionen. Wer also auf Nervenkitzel steht ist hier gut aufgehoben.

Neu sind in der Zwischenzeit die Nachbildung des London-Eye Riesenrads und z.b. die Zipline zwischen Flamingo und LINQ. Dort befindet sich auch eine gute Bowlingbahn in der man auch seinen Spass haben kann. Und natürlich vieles, vieles mehr…

Viel Spass und Erfolg bei der nächsten eigenen Reise.